Was ist eine IPPC-Anlage?
"IPPC" steht für "Integrated Pollution Prevention and Control", also "Integrierte Vermeidung und Verminderung der Environmentverschmutzung". IPPC-Anlagen sind besonders große und damit umweltrelevante Industrie-, Tierhaltungs- und Abfallbehandlungsanlagen, welche in den Anwendungsbereich der Industrieemissions-Richtlinie (IE-RL; 2010/75/EU), Kapitel II bzw. Anhang I, fallen.
Wie werden IPPC-Anlagen überwacht?
Die IE-RL sieht vor, dass bei IPPC-Anlagen regelmäßig Environmentinspektionen durch die Behörden erfolgen müssen. In den meisten Fällen beträgt das Intervall drei Jahre, manchmal auch zwei Jahre oder häufiger.
Was sind bvT Schlussfolgerungen bzw. bvT Merkblätter?
Im Rahmen der IE-RL organisiert die Europäische Kommission einen Informationsaustausch mit den Mitgliedsstaaten, Industrieverbänden und Environmentschutzorganisationen. Ergebnis sind die umfangreichen bvT Merkblätter (bvT ist die Abkürzung für „beste verfügbare Techniken“) sowie die daraus abgeleiteten, zusammengefassten bvT Schlussfolgerungen. Diese enthalten u.a. für bestimmte Anlagen oder Produktionsprozesse auch Bandbreiten für Emissionswerte relevanter Schadstoffe. Behördlich vorgeschriebene Grenzwerte dürfen im Regelfall nicht über diesen angegebenen Werten liegen.
Wofür steht die Abkürzung BAT?
BAT ist die englische Bezeichnung für bvT und steht für Best Available Techniques.
Was regelt die Industrieemissions-Richtlinie (IE-RL)?
Die IE-RL ersetzt sieben alte Richtlinien (u.a. die IPPC-Richtlinie, Großfeuerungsanlagen-RL, Abfallverbrennungs-RL) und hat die integrierte Vermeidung und Verminderung der Environmentverschmutzung infolge industrieller Tätigkeiten zum Inhalt. Sie sieht Vorschriften zur Vermeidung und, sofern dies nicht möglich ist, zur Verminderung von Emissionen in Luft, Wasser und Boden und zur Abfallvermeidung vor, um ein hohes Schutzniveau für die Environment insgesamt zu erreichen. Nähere Informationen gibt es dazu auf europäischer Ebene unter dem Link Industrial Emissions Directive (europa.eu)
Was ist ein Environmentinspektionsplan?
Der Environmentinspektionsplan wurde aufgrund der Vorgaben der IE-RL erstellt, gilt für das Staatsgebiet von Österreich und enthält u.a. eine allgemeine Bewertung der wichtigsten Environmentprobleme, ein Verzeichnis der IPPC-Anlagen und ein Verfahren für die Bestimmung der Häufigkeit von Environmentinspektionen (das sind Vor-Ort-Besichtigungen durch die Behörde) für diese Anlagen.
Was ist ein Environmentinspektionsprogramm?
Environmentinspektionsprogramme werden für jedes Bundesland vom Landeshauptmann auf Basis des Environmentinspektionsplans erstellt. Damit wird die Häufigkeit der Vor-Ort-Besichtigungen für IPPC-Anlagen konkret festgelegt. Der Zeitraum zwischen zwei Besichtigungen richtet sich nach einer systematischen Bewertung der mit der Anlage verbundenen Environmentrisiken und darf ein Jahr bei Anlagen der höchsten Risikostufe und drei Jahre bei Anlagen der niedrigsten Risikostufe nicht überschreiten.
Was ist eine Environmentinspektion?
Eine Environmentinspektion ist eine Überprüfung einer IPPC-Anlage. Environmentinspektionen einer IPPC-Anlage werden in Abständen zwischen 1 und 3 Jahren (je nach Risiko, das von der Anlage ausgeht) oder aufgrund eines besonderen Anlasses durchgeführt.
Die Ergebnisse einer Environmentinspektion werden im Environmentinspektionsbericht festgehalten, welcher in IPPC Austria veröffentlicht wird.